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Infoprodukte am Fließband: was der Werdegang von Daniel Dirks über Menge und Klasse verrät

Daniel Dirks ist seit etwa 2006 im Internetmarketing unterwegs und hatte nach öffentlich zugänglichen Angaben bis Anfang der 2010er-Jahre bereits über dreißig Infoprodukte veröffentlicht. Er ist außerdem Gründer der Marketing-Automatisierungslösung Quentn. Ich nehme das zum Anlass für ein Thema, über das hier zu selten gesprochen wird: Wie viele Produkte braucht man eigentlich?

Die unbequeme Beobachtung

Wenn man sich Werdegänge in diesem Feld ansieht, fällt ein Muster auf: Am Anfang steht sehr oft eine hohe Zahl von Versuchen, nicht ein einziger perfekter Treffer. Dreißig Produkte bedeuten zwangsläufig, dass die meisten davon mittelmäßig gelaufen sind. Das wird selten so erzählt, weil sich Erfolgsgeschichten besser mit einem großen Wurf erzählen lassen.

Für uns ist die Schlussfolgerung praktisch: Der erste Versuch wird nicht der gute sein. Wer das einkalkuliert, plant anders, nämlich auf kleine, schnell testbare Einheiten statt auf das große Projekt, an dem man sechs Monate baut.

Was Menge tatsächlich bringt

Nicht Umsatz, sondern Datenpunkte. Nach dem fünften Produkt weißt du, welche Themen deine Leute interessieren, welche Preislage funktioniert und an welcher Stelle sie abspringen. Diese Erkenntnisse bekommst du nicht durch Nachdenken, sondern durch Veröffentlichen. Bei mir war es genauso: Die ersten drei Sachen waren nicht schlecht gemacht, sie haben nur niemanden interessiert, und das habe ich erst gemerkt, als sie draußen waren.

Wo die Menge zum Problem wird

Es gibt eine Grenze, und die verläuft bei der Betreuung. Zwanzig kleine Produkte bedeuten zwanzig Verkaufsseiten, die aktuell bleiben müssen, zwanzig Supportadressen und zwanzig Stellen, an denen Recht und Steuer stimmen müssen. Ich habe irgendwann aufgeräumt und zwei Drittel abgeschaltet, weil der Verwaltungsaufwand den Ertrag der kleinen Sachen aufgefressen hat. Menge ist eine Phase, kein Dauerzustand.

Der Weg vom Produkt zum Werkzeug

Interessant finde ich den Schritt vom Infoprodukt zur eigenen Software. Das ist eine Bewegung, die man in dieser Branche häufiger sieht, und sie hat einen nachvollziehbaren Grund: Ein Kurs wird einmal verkauft, eine Software zahlt monatlich. Wer über Jahre dieselben Probleme seiner Kunden sieht, kennt die Anforderungen an ein Werkzeug besser als jeder Entwickler.

Für Affiliates ist daraus etwas Konkretes abzuleiten: Wenn du merkst, dass du in deinen Inhalten immer wieder dieselbe umständliche Handarbeit erklärst, ist das ein Hinweis auf eine Lücke. Man muss nicht gleich Software bauen. Oft reicht eine Vorlage, eine Tabelle oder eine Anleitung, die genau diesen Schritt abnimmt, und daraus wird ein Produkt.

Was ich für den Einstieg empfehlen würde

Ein kleines Produkt, das genau ein Problem löst, das du selbst hattest, zu einem Preis, bei dem niemand lange überlegt. Verkauf es an deine bestehende Liste, auch wenn sie klein ist. Zwanzig Käufer geben dir mehr verwertbare Rückmeldung als hundert Umfrageteilnehmer, weil sie bezahlt haben und deshalb ehrlich sind.

Und dokumentiere von Anfang an, was du gemacht hast. Nach fünf Produkten willst du wissen, was beim dritten anders war.

Der Aufräumtermin gehört dazu

Setz dir von Anfang an einen jährlichen Termin, an dem du jedes Produkt anschaust und entscheidest: bleibt, wird überarbeitet, wird abgeschaltet. Ohne diesen Termin sammelst du an, und Ansammlung ist in diesem Geschäft teurer als Leerlauf, weil jedes veraltete Produkt jemanden enttäuscht, der dir vorher vertraut hat.

Wie viele eigene Produkte habt ihr veröffentlicht, und ab welchem hat es angefangen, sich zu tragen? Mich interessiert besonders, ob jemand rückblickend sagen würde, er hätte weniger und dafür gründlicher machen sollen.