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Marktplatz-Eintrag so bauen, dass gute Partner dich überhaupt finden

Wenn du ein eigenes Produkt auf einer Verkaufsplattform hast, ist der Marktplatz-Eintrag deine Bewerbung bei potenziellen Partnern. Die meisten Anbieter behandeln ihn wie eine Pflichtübung und wundern sich dann, dass sich niemand meldet. Ich habe das selbst falsch gemacht und schreibe auf, was danach besser lief.

Wonach erfahrene Partner tatsächlich filtern

Nicht nach dem Produktnamen und selten nach der schönsten Beschreibung. Sondern nach Zahlen: Wie hoch ist die Beteiligung, was bleibt im Schnitt pro vermitteltem Besucher übrig, wie hoch ist die Rückgabequote, und gibt es Folgeangebote, an denen sie beteiligt sind. Wer diese Angaben nicht pflegt oder leer lässt, fällt aus jeder ernsthaften Vorauswahl heraus, egal wie gut das Produkt ist.

Die Rückgabequote offenlegen, auch wenn sie weh tut

Das war für mich der schwierigste Schritt und der mit der größten Wirkung. Erfahrene Partner rechnen mit dieser Zahl. Wer sie verschweigt, wirkt, als hätte er etwas zu verbergen, und die Guten fragen dann gar nicht erst an. Als ich sie offen genannt habe, kamen weniger Anfragen, aber deutlich bessere, weil sich genau die gemeldet haben, für die die Rechnung aufgeht.

Die Beschreibung: für Partner schreiben, nicht für Kunden

Der häufigste Fehler ist, den Verkaufstext für Endkunden in das Feld zu kopieren. Partner interessiert etwas anderes. Sie wollen wissen: Für welche Zielgruppe ist das gedacht, über welche Kanäle funktioniert es erfahrungsgemäß, gibt es Zielgruppen, bei denen es nicht funktioniert, und welches Material bekomme ich. Drei Absätze mit diesen Angaben sind mehr wert als eine Seite Werbetext.

Besonders wirksam war bei mir ein Satz darüber, für wen das Produkt ausdrücklich nicht geeignet ist. Das klingt nach Selbstsabotage und bewirkt das Gegenteil: Es signalisiert, dass da jemand sein Produkt kennt und nicht jeden Verkauf um jeden Preis will.

Freigabe von Partnern: Regeln vorher festlegen

Überleg dir, ob du automatisch freigibst oder manuell prüfst. Automatisch bringt Menge und irgendwann jemanden, der mit fragwürdigen Methoden bewirbt und dir Ärger einbringt. Manuell kostet Zeit, gibt dir aber Kontrolle. Ich prüfe manuell und habe dafür eine kurze Standardantwort, in der ich nach Kanal, Zielgruppe und einem Beispiel früherer Arbeit frage. Das filtert zuverlässig und dauert pro Anfrage eine Minute.

Was in die Bedingungen gehört

Keine Anzeigen auf den eigenen Markennamen. Keine unbelegten Versprechen in der Bewerbung, insbesondere zu Einkommen oder Ergebnissen, denn dafür haftest am Ende auch du als Anbieter mit. Klarheit dazu, ob Gutschein- und Cashback-Modelle erlaubt sind. Und ein Hinweis, dass Partner ihre Werbung kennzeichnen müssen. Das klingt nach Bürokratie und erspart dir sehr konkrete Probleme.

Der unterschätzte Kanal: eigene Käufer

Die besten Partner sind fast immer Menschen, die das Produkt gekauft und benutzt haben. Ich frage einige Wochen nach dem Kauf, wenn die ersten Ergebnisse da sein sollten. Diese Leute brauchen kein Werbematerial, weil sie aus eigener Erfahrung schreiben, und genau das konvertiert am besten.

Pflege statt Einstellen und Vergessen

Ein Marktplatz-Eintrag altert. Preise ändern sich, Materialien werden ersetzt, Zahlen verschieben sich. Ich schaue einmal im Quartal drauf. Ein Eintrag mit veralteten Angaben ist schlimmer als keiner, weil Partner auf Basis falscher Zahlen kalkulieren und sich hinterher zu Recht ärgern.

Wie handhabt ihr die Freigabe von Partnern, automatisch oder geprüft? Und legt jemand von euch die Rückgabequote offen?