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Marketing-Automatisierung mit Kundenverwaltung: ab wann sich der Umstieg lohnt

Quentn ist eine deutsche Lösung, die Marketing-Automatisierung und Kundenverwaltung zusammenlegt: Kampagnen automatisieren, E-Mails versenden, Verkaufsphasen abbilden, Zielseiten bauen, Kontakte mit Verlauf führen. Der Anbieter nennt eine vierzehntägige Testphase ohne Zahlungsdaten und ein Partnerprogramm mit bis zu dreißig Prozent dauerhafter Beteiligung. Ich nehme das als Anlass, über diese Werkzeugkategorie zu schreiben, weil dabei viel Geld für Funktionen ausgegeben wird, die nie jemand benutzt.

Der Unterschied zum reinen Versandwerkzeug

Ein Versandwerkzeug schickt Nachrichten. Eine Automatisierungslösung mit Kundenverwaltung merkt sich zusätzlich, was ein Kontakt getan hat, und leitet daraus ab, was als Nächstes passiert. Klingt gleich, ist es nicht. Der praktische Unterschied zeigt sich an einer Frage: Kannst du sehen, dass ein bestimmter Mensch vor drei Wochen auf ein Angebot geklickt, aber nicht gekauft hat, und ihn genau deshalb anders ansprechen? Wenn du das brauchst, brauchst du diese Kategorie. Wenn nicht, zahlst du für Komplexität.

Ab wann sich der Umstieg rechnet

Meine Faustregel nach zwei Anläufen: Es lohnt sich, sobald du mehr als ein Angebot hast und die Entscheidung deiner Kontakte über mehrere Wochen läuft. Bei einem einzelnen Angebot mit sofortiger Entscheidung ist ein einfaches Versandwerkzeug völlig ausreichend und deutlich schneller bedient. Ich habe den Fehler gemacht, zu früh umzusteigen, und dann drei Monate damit verbracht, Abläufe zu bauen, die ich gar nicht brauchte, statt Inhalte zu schreiben.

Der erste Ablauf, den ich heute baue

Nicht das große Konstrukt mit fünfzehn Verzweigungen, sondern genau einer: Anmeldung, Auslieferung des Versprochenen, drei Nachrichten mit echtem Nutzen, eine Empfehlung, danach in den regulären Verteiler. Das ist überschaubar, lässt sich an einem Tag bauen und liefert nach vier Wochen Zahlen, mit denen man arbeiten kann. Alles Weitere baut man auf Grundlage dieser Zahlen, nicht auf Grundlage von Vermutungen.

Worauf ich bei der Auswahl achte

Erstens Datenverarbeitung und Standort, samt Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Bei einem Werkzeug, in dem der komplette Kontaktverlauf liegt, ist das kein Nebenthema. Zweitens die Preisentwicklung bei wachsender Kontaktzahl, denn diese Werkzeuge werden mit Erfolg teuer. Drittens der Export, und zwar nicht nur der Kontakte, sondern auch der Merkmale und Einwilligungsdaten. Viertens die Zustellrate, und da würde ich mich nicht auf Werbeaussagen verlassen, sondern in der Testphase eine echte Aussendung an eigene Adressen bei verschiedenen Anbietern machen und schauen, wo sie landet.

Der Fehler, den fast alle machen

Zu viele Verzweigungen. Ich hatte einen Ablauf mit acht Wegen, und nach zwei Monaten konnte ich nicht mehr sagen, welcher Weg welche Ergebnisse gebracht hat, weil auf jedem einzelnen zu wenige Leute unterwegs waren. Weniger Wege mit mehr Kontakten liefern verwertbare Zahlen. Verzweigen lohnt sich erst, wenn genug Menge da ist.

Zur Vermarktung solcher Werkzeuge

Diese Kategorie hat wiederkehrende Vergütungen und ist deshalb bei Affiliates beliebt. Was in diesem Feld tatsächlich verkauft, sind keine Vergleiche, sondern Anleitungen für konkrete Abläufe. Wer zeigt, wie man einen bestimmten Trichter Schritt für Schritt aufbaut, wird von Leuten gefunden, die genau davorstehen. Und wer dazuschreibt, für wen das Werkzeug zu groß ist, hat weniger Kündigungen und damit stabilere Einnahmen.

Ab welchem Punkt seid ihr von einem einfachen Versandwerkzeug umgestiegen, und würdet ihr den Zeitpunkt heute anders wählen?