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Nischenseiten: die Einsteigerfragen, auf die ich damals keine ehrliche Antwort bekommen habe

Ich eröffne das Board mit den Fragen, die am Anfang jeder hat, und mit Antworten, die hoffentlich ehrlicher sind als das, was ich damals gelesen habe.

Wie finde ich eine Nische?

Nicht, indem du nach der lukrativsten suchst. Die ist immer schon besetzt, und zwar von Leuten mit mehr Budget und mehr Zeit. Was bei mir funktioniert hat: eine Schnittmenge aus drei Dingen. Etwas, wozu ich selbst Fragen beantworten kann, ohne jedes Mal eine Stunde zu recherchieren. Etwas, wozu es Produkte gibt, die mehr als zwanzig Euro kosten. Und etwas, das eng genug ist, dass ich in zwölf Monaten der sein kann, den man dazu findet. Die dritte Bedingung ist die wichtigste und die, an der die meisten scheitern, weil sie zu breit anfangen.

Wie viele Beiträge brauche ich?

Die Zahl ist die falsche Frage. Was zählt, ist Abdeckung: Kannst du zu deinem engen Thema die zehn bis zwanzig Fragen beantworten, die jemand auf dem Weg zur Kaufentscheidung wirklich stellt? Wenn ja, reichen zwanzig Beiträge. Wenn nein, helfen auch zweihundert nicht, weil sie an der Entscheidung vorbeigehen. Ich würde zuerst die Kaufentscheidungsseiten bauen, also Vergleiche und Erfahrungsberichte, und erst danach die allgemeinen Ratgeber, die Besucher bringen.

Wie lange dauert es, bis Geld kommt?

Länger als jede Anleitung verspricht. Bei mir hat es beim ersten Projekt etwa neun Monate gedauert, bis regelmäßig etwas hereinkam, und das erste Jahr war die Summe lächerlich im Verhältnis zur Arbeit. Wer diese Phase nicht einplant, hört genau dann auf, wenn es anfangen würde zu wirken. Rechne mit mindestens einem halben Jahr ohne nennenswerte Einnahmen und plan deine Motivation entsprechend.

Brauche ich eine Domain mit dem Suchbegriff drin?

Nein. Der Vorteil solcher Domains ist weitgehend verschwunden, und der Nachteil bleibt: Du kannst mit einer Seite, deren Name genau ein Produkt enthält, nie etwas anderes machen. Nimm einen kurzen, merkbaren Namen, unter dem auch eine Marke funktionieren würde. Ich habe zwei Projekte an genau dieser Stelle in die Sackgasse gebaut.

Wie viele Seiten soll ich parallel betreiben?

Eine. Ich weiß, das hört niemand gern. Aber drei halbfertige Projekte sind zusammen weniger wert als eins, das fertig ist, weil bei Nischenseiten fast alles von Vertrauen und Vollständigkeit abhängt. Wenn die erste Seite läuft und du weißt, welche Schritte tatsächlich gewirkt haben, kannst du das zweite Projekt in einem Bruchteil der Zeit hochziehen.

Was kostet der Einstieg?

Wenig, wenn man sich nicht ablenken lässt: Domain, Hosting, fertig. Alles andere, also Vorlagen, Erweiterungen, Recherchewerkzeuge und Kurse, kann warten, bis du weißt, ob das Thema trägt. Der teuerste Fehler am Anfang ist nicht zu wenig Werkzeug, sondern zu viel.

Muss ich die Produkte selbst besitzen?

Bei Vergleichen kommst du weit ohne, wenn du transparent machst, worauf deine Einschätzung beruht. Bei Erfahrungsberichten würde ich es nicht ohne machen. Ein erfundener Testbericht fällt auf, entweder den Lesern oder spätestens dann, wenn jemand nachfragt, und das ist ein Rufschaden, der die eingesparten Kosten deutlich übersteigt.

Ist das Modell überhaupt noch tragfähig?

Für allgemeine Themen mit hohem Wettbewerb kaum. Für enge Themen mit echter Fachkenntnis durchaus, weil genau dort die austauschbaren Inhalte nicht mithalten. Der Unterschied liegt darin, ob du etwas beitragen kannst, das man nicht überall findet.

Welche Frage hätte euch am Anfang am meisten Zeit gespart? Schreibt sie gern drunter.