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Software mit wiederkehrender Provision bewerben: die Rechnung, die niemand aufmacht

Werkzeuge im Abo sind für Affiliates besonders reizvoll, weil die Provision nicht einmal, sondern jeden Monat kommt, solange der Kunde bleibt. Builderall gehört in diese Kategorie. Ich will hier mal die Rechnung aufmachen, die in den meisten Empfehlungen fehlt.

Die entscheidende Zahl heißt Kundenlebensdauer

Bei einmaligen Provisionen weißt du sofort, was du verdient hast. Bei laufenden Zahlungen weißt du es erst, wenn der Kunde kündigt. Zehn Euro im Monat klingen wenig, ergeben aber über zwei Jahre zweihundertvierzig. Bleibt der Kunde dagegen nur drei Monate, sind es dreißig, und dafür hast du dieselbe Arbeit gehabt. Die Frage, die du dir stellen musst, lautet also nicht, wie hoch die Provision ist, sondern wie lange die Kunden dieses Anbieters typischerweise bleiben.

Diese Zahl bekommst du selten offiziell. Was du tun kannst: nach ein paar Monaten die eigene Abrechnung anschauen. Wenn von zehn vermittelten Abos nach einem halben Jahr noch drei laufen, ist das Modell für dich nicht so attraktiv, wie es beworben wurde. Ich führe dafür eine simple Liste mit Datum des Abschlusses und Datum der letzten Gutschrift.

Warum Abwanderung mit deiner Bewerbung zusammenhängt

Das ist der Teil, den viele nicht sehen wollen: Wenn du jemandem ein umfangreiches Werkzeug verkaufst, der eigentlich nur eine Zielseite braucht, kündigt er nach zwei Monaten. Nicht weil das Produkt schlecht ist, sondern weil es nicht zu ihm passte. Deine Abwanderungsquote ist damit direkt eine Folge deiner Vorauswahl. Seit ich in meinen Beiträgen deutlich schreibe, für wen sich so ein Rundum-Paket nicht lohnt, habe ich weniger Abschlüsse und deutlich stabilere Einnahmen.

Einarbeitung als Teil der Empfehlung

Der zweite große Hebel gegen Kündigungen ist Begleitung. Wer sich über meinen Link anmeldet, bekommt bei mir eine kurze Anleitung für die ersten Schritte und den einen Ablauf, den man zuerst bauen sollte. Der Grund ist eigennützig: Ein Kunde, der in der ersten Woche etwas Fertiges hat, bleibt. Einer, der sich durch fünfzig Menüpunkte klickt und aufgibt, kündigt. Das kostet mich einmal ein paar Stunden und wirkt bei jedem neuen Kunden.

Vorsicht bei mehrstufigen Vergütungen

Bei manchen Anbietern verdienst du zusätzlich an Partnern, die du selbst geworben hast. Das kann legitim sein, verschiebt aber den Fokus: Plötzlich geht es mehr darum, Partner zu gewinnen, als das Produkt an Nutzer zu bringen. Wenn in den Werbematerialien eines Anbieters mehr über die Verdienstmöglichkeiten für Partner steht als über den Nutzen für Anwender, ist das für mich ein Warnsignal. Prüf auch, ob solche Strukturen bei uns rechtlich sauber sind, bevor du sie aktiv bewirbst.

Was ich inhaltlich mache

Nicht die Funktionsliste nachschreiben, die steht schon auf der Anbieterseite. Was funktioniert, sind konkrete Anwendungsfälle: wie ich damit eine bestimmte Sache in einer bestimmten Zeit gebaut habe, wo ich hängengeblieben bin, und was ich rückblickend anders gemacht hätte. Solche Beiträge werden gefunden, weil Leute genau nach diesen Problemen suchen, und sie verkaufen besser als jeder Vergleich.

Die unbequeme Wahrheit zum Schluss

Laufende Provisionen sind kein passives Einkommen. Du hast lediglich einen Teil deiner Einnahmen davon abhängig gemacht, dass ein anderes Unternehmen weiterexistiert, seine Konditionen nicht ändert und seine Kunden hält. Ich behandle diese Einnahmen deshalb als angenehmen Zusatz, nicht als Grundlage, und sorge dafür, dass kein einzelner Anbieter einen zu großen Anteil ausmacht.

Wie sind eure Erfahrungen mit laufenden Vergütungen? Wie lange bleiben die von euch vermittelten Kunden im Schnitt?