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Sichtbarkeit als Geschäftsgrundlage: eine Einordnung zum Ansatz von Dr. Oliver Pott

Dr. Oliver Pott ist nach eigener Darstellung seit 1999 als Gründer im Techbereich unterwegs, Professor für Entrepreneurship, Autor eines Bestsellers zum Thema Kundengewinnung und bietet Einzelcoaching, Vorträge sowie ein jährliches Unternehmertreffen für eine begrenzte Teilnehmerzahl an. Ich mache das Board mit dem Thema auf, das über allem steht: Sichtbarkeit.

Der Kern der Sache

Die meisten Selbstständigen, die ich kenne, haben kein Qualitätsproblem, sondern ein Bekanntheitsproblem. Sie sind gut in dem, was sie tun, und niemand weiß davon. Für uns im Affiliate-Bereich klingt das nach einem fremden Thema, weil wir ja über Suchmaschinen gefunden werden. Genau das ist aber der Trugschluss, der einen abhängig macht: Wer ausschließlich über die Suche gefunden wird, ist eine austauschbare Seite und kein Name.

Was der Unterschied praktisch bedeutet

Ich habe das an meinen eigenen Zahlen gesehen. Beiträge, die über die Suche gefunden werden, bringen Besucher, die einmal kommen und nie wieder. Sobald Menschen einen Namen mit einem Thema verbinden, ändert sich das Verhalten: Sie kommen direkt, sie fragen nach, und sie kaufen auf Empfehlung, ohne zu vergleichen. Der Umsatz pro Person ist bei dieser Gruppe ein Vielfaches.

Der Weg dahin ist unspektakulär: über längere Zeit erkennbar zum selben Thema veröffentlichen, mit einem Namen und einem Gesicht, statt anonym. Das kostet nichts außer Überwindung.

Warum Bücher in diesem Zusammenhang funktionieren

Ein Buch ist in Deutschland weiterhin ein Ausweis. Es öffnet Türen zu Vorträgen, Presse und Gesprächen, die eine Webseite nicht öffnet, unabhängig davon, wie viele Exemplare verkauft werden. Das ist keine Empfehlung, selbst eins zu schreiben, sondern eine Erklärung, warum so viele in diesem Feld es tun. Wenn du es in Erwägung ziehst, plane es als Sichtbarkeitswerkzeug und nicht als Einnahmequelle, dann stimmt die Erwartung.

Der Punkt, an dem ich vorsichtig bin

Bei Angeboten in der oberen Preislage, also Einzeltagen und exklusiven Treffen, ist die Wirkung sehr stark von der Passung abhängig. Ein Tag mit jemandem, der genau dein Problem gelöst hat, kann seinen Preis wert sein. Derselbe Tag ist verschwendet, wenn du an einer Stelle stehst, an der dir noch Grundlagen fehlen. Deshalb würde ich vor jeder solchen Investition die Frage beantworten: Was genau soll danach anders sein, und habe ich alles ausgeschöpft, was ohne diesen Betrag geht?

Was ich konkret umgesetzt habe

Drei Dinge, die mit Sichtbarkeit zu tun haben und nichts kosten. Erstens ein Klarname und ein Foto auf meinen Seiten, statt eines anonymen Markennamens. Zweitens eine Seite über mich, auf der steht, woher meine Einschätzung kommt, mit konkreten Angaben statt Floskeln. Drittens regelmäßiges Veröffentlichen auf einer Plattform, auf der Menschen mit Namen unterwegs sind, nicht nur auf der eigenen Seite.

Der zweite Punkt hat messbar am meisten gebracht. Diese Seite gehört bei mir zu den meistbesuchten überhaupt, direkt bevor Leute sich für die Liste anmelden. Die Leute wollen wissen, wem sie zuhören.

Für die Diskussion

Ich glaube, viele hier arbeiten bewusst anonym, aus guten Gründen: Ruhe, Trennung von Beruf und Nebentätigkeit, kein Interesse an einer öffentlichen Person. Das ist völlig legitim. Man sollte nur wissen, welchen Preis man dafür zahlt, nämlich austauschbar zu bleiben.

Wie haltet ihr es, mit Namen und Gesicht oder anonym? Und für die Anonymen: Merkt ihr einen Nachteil bei Empfehlungen?