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Anzeigen testen, ohne Geld zu verbrennen: mein Ablauf in vier Schritten

Ich habe mit bezahlten Anzeigen in den ersten Monaten sehr viel Geld für sehr wenig Erkenntnis ausgegeben. Was das geändert hat, war nicht eine bessere Zielgruppe, sondern ein festes Vorgehen. Das schreibe ich hier auf, damit das Board nicht länger leer bleibt.

Schritt 1: Das Motiv ist der Hebel, nicht die Zielgruppe

Die Systeme finden die passenden Leute inzwischen weitgehend selbst, wenn man sie lässt. Was sie nicht können, ist ein schlechtes Motiv retten. Meine Aufteilung des Aufwands liegt heute bei ungefähr achtzig zu zwanzig zugunsten von Bild und Text. Konkret heißt das: fünf deutlich verschiedene Motive statt fünf Varianten desselben Bildes mit anderer Farbe. Unterschiedlich heißt unterschiedlicher Ansatz, also einmal das Problem zeigen, einmal das Ergebnis, einmal ein Vergleich, einmal ein persönlicher Bericht, einmal eine Frage.

Schritt 2: Erst die Zwischenseite, dann die Anzeige

Eine gute Anzeige auf eine schlechte Seite zu schicken ist die teuerste Art zu scheitern, weil du für jeden Klick zahlst und nichts zurückbekommst. Bevor ich einen Euro ausgebe, prüfe ich: Lädt die Seite auf dem Telefon in wenigen Sekunden? Steht das Versprechen aus der Anzeige im ersten Bildschirm, ohne Scrollen? Gibt es genau eine Handlung, die ich will? Sind Impressum und Datenschutzerklärung erreichbar? Wenn eine dieser Fragen nein ist, wird nicht geschaltet.

Schritt 3: Klein starten, in Ruhe lassen

Ich starte mit einem Budget, das mir erlaubt, in wenigen Tagen eine auswertbare Zahl an Ergebnissen zu erreichen, und fasse die Kampagne dann nicht mehr an. Jede Änderung wirft das System in die Lernphase zurück, und du wertest hinterher Zahlen aus, die aus zwei verschiedenen Zuständen stammen. Diese Geduld war für mich der schwierigste Teil und gleichzeitig der wirksamste.

Schritt 4: Auf die richtige Kennzahl schauen

Klickpreis und Klickrate sind Zwischengrößen. Entscheidend ist, was ein Verkauf am Ende kostet, und ob das unter deiner Provision liegt. Ich hatte Kampagnen mit hervorragender Klickrate und null Verkäufen und andere mit mäßiger Klickrate, die profitabel liefen. Wer nach der Klickrate optimiert, optimiert auf Aufmerksamkeit statt auf Umsatz.

Der Umgang mit lückenhaften Daten

Ein erheblicher Teil der Besucher stimmt der Messung nicht zu, entsprechend meldet die Plattform weniger Ergebnisse, als tatsächlich stattfinden. Damit ich trotzdem eine verlässliche Zahl habe, hänge ich an jeden Partnerlink eine eigene Kennung pro Kampagne. Die Abrechnung des Partnerprogramms ist die einzige Quelle, die niemand blockieren kann. Wenn beide Zahlen auseinanderlaufen, glaube ich der Abrechnung.

Was ich abschalte, und wann

Ein Motiv, das nach einer sinnvollen Zahl an Klicks keine einzige Anmeldung erzeugt hat, fliegt raus. Kein Nachbessern, kein neuer Text auf demselben Bild. Und wenn die Häufigkeit steigt, also dieselben Leute die Anzeige immer wieder sehen, sinkt die Leistung zuverlässig. Dann brauche ich ein neues Motiv, keine neue Einstellung.

Was ich mir gespart hätte

Kurse über geheime Einstellungen im Werbekonto. Der Unterschied zwischen profitabel und nicht profitabel lag bei mir jedes Mal am Angebot, am Motiv oder an der Zwischenseite, nie an einer versteckten Option.

Wie testet ihr Motive, alle gleichzeitig gegeneinander oder nacheinander? Und ab welcher Zahl an Klicks entscheidet ihr, dass etwas nicht funktioniert?