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Dienstleistung neben dem Affiliate-Geschäft: der unterschätzte Zwischenschritt

Robert Moersch-Parchwitz betreibt nach öffentlich zugänglichen Angaben eine Onlinestrategie-Agentur in Berlin, die mittelständische und größere Unternehmen berät, und veröffentlicht daneben seit Jahren Bücher zu Affiliate-Marketing und Onlinegeschäft. Diese Kombination aus Kundengeschäft und eigenen Produkten ist der Grund, warum ich das Board damit aufmache.

Warum Dienstleistung für viele der bessere Einstieg ist

Das Affiliate-Geschäft hat einen unangenehmen Anfang: Man arbeitet Monate, bevor der erste nennenswerte Betrag hereinkommt. Genau in dieser Phase geben die meisten auf, nicht weil das Modell nicht funktioniert, sondern weil die Zeit finanziell nicht durchzuhalten ist.

Dienstleistung löst das. Wer eine Fähigkeit hat, die Unternehmen brauchen, bekommt sofort Geld dafür. Und die Fähigkeiten überschneiden sich fast vollständig mit dem, was wir ohnehin lernen: Texte schreiben, Seiten aufsetzen, Suchmaschinenoptimierung, E-Mail-Strecken bauen, Anzeigen schalten.

Ich habe zwei Jahre parallel gefahren und würde es wieder so machen. Der Dienstleistungsanteil hat die Aufbauphase finanziert, und die eigenen Projekte konnten in Ruhe wachsen, ohne dass ich sie unter Druck monetarisieren musste.

Was die Kundenarbeit inhaltlich bringt

Deutlich mehr, als man denkt. Bei eigenen Projekten arbeitest du mit einer Nische und einer Zielgruppe. Bei Kundenarbeit siehst du zehn Branchen, zehn Zielgruppen und zehn verschiedene Arten, wie ein Geschäft funktioniert. Dieses Wissen fließt direkt in die eigene Auswahl von Nischen zurück.

Zweiter Punkt: Kunden zahlen für Ergebnisse und fragen nach Zahlen. Das erzieht zu einer Disziplin, die man bei eigenen Projekten gern schleifen lässt, weil einen niemand fragt.

Wo die Fallen liegen

Erstens die Zeitfalle. Kundenarbeit ist dringend, eigene Projekte sind wichtig. Dringend gewinnt immer, wenn man es nicht aktiv verhindert. Meine Lösung waren feste Tage: An zwei Tagen der Woche wurde kein Kundenprojekt angefasst, egal was war.

Zweitens die Preisfalle. Wer zu billig anfängt, kommt aus dem Stundensatz nicht mehr heraus und arbeitet sich kaputt, ohne dass Zeit für Eigenes bleibt.

Drittens die Abhängigkeitsfalle. Ein Kunde, der die Hälfte des Umsatzes ausmacht, ist kein Kunde, sondern ein Arbeitgeber mit schlechteren Bedingungen.

Bücher als Nebenprodukt

Wer über Jahre in einem Feld arbeitet, hat irgendwann genug Material für ein Buch. Das ist selten ein Geschäft für sich, aber es ist ein Ausweis, der Türen öffnet: bessere Kunden, Vorträge, bessere Konditionen bei Programmen. Die kleine Variante für uns ist eine gepflegte Sammlung eigener Beiträge zu einem engen Thema, die nach zwei Jahren dieselbe Wirkung entfaltet.

Der Übergang aus der Dienstleistung heraus

Der Punkt kommt, an dem die eigenen Projekte mehr abwerfen als eine Kundenstunde. Dann sollte man reduzieren, und zwar bewusst, sonst tut man es nie. Ich habe die Kundenzahl über ein Jahr schrittweise verringert, statt auf einen Schlag aufzuhören. Das war finanziell ruhiger und ich habe zwei Kunden behalten, die ich bis heute gern betreue.

Welche Leistung ich zuerst anbieten würde

Die, die du für dein eigenes Projekt ohnehin machst und die bei Unternehmen einen sichtbaren Engpass darstellt. In der Regel ist das eine von dreien: Texte, die verkaufen, eine funktionierende E-Mail-Strecke oder Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Alle drei kannst du an deinem eigenen Projekt vorzeigen, und genau das ersetzt die Referenzen, die du als Neueinsteiger noch nicht hast.

Ein Hinweis zur Absicherung

Bei Kundenarbeit gehören zwei Dinge in jede Vereinbarung: was genau geliefert wird, und was ausdrücklich nicht dazugehört. Ohne den zweiten Teil wächst der Auftrag still, und du arbeitest am Ende zum halben Satz. Das ist der häufigste Anfängerfehler, und er kostet mehr als jeder zu niedrig angesetzte Preis.

Macht jemand von euch beides parallel? Mich interessiert vor allem, wie ihr verhindert, dass die eigenen Projekte hinten runterfallen.