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Kleine Runden statt großer Säle: was Mastermind-Formate leisten und worauf man achten sollte

Auf founder.de findet sich das Angebot von Dr. Oliver Pott, das neben Büchern und Vorträgen auch Einzelcoaching und ein jährliches Treffen für eine begrenzte Zahl von Unternehmern umfasst. Genau dieses Format, die kleine geschlossene Runde, ist etwas, worüber hier selten gesprochen wird, obwohl es für viele mehr bringen würde als der nächste Kurs.

Warum kleine Runden anders wirken

In einem Kurs bekommst du eine allgemeine Antwort auf eine allgemeine Frage. In einer kleinen Runde beschreibst du deine konkrete Lage, und fünf Leute, die ähnliche Probleme gelöst haben, gehen sie mit dir durch. Der Unterschied ist enorm, weil die Hälfte aller Probleme in unserem Geschäft nicht am fehlenden Wissen liegt, sondern daran, dass man die eigene Lage falsch einschätzt.

Der zweite Effekt ist Verbindlichkeit. Wenn du in vier Wochen wieder vor denselben Leuten sitzt und sagen musst, was du umgesetzt hast, setzt du um. Das ist unspektakulär und wirksamer als jede Motivation.

Worauf man bei bezahlten Formaten achten sollte

Erstens die Zusammensetzung. Eine Runde funktioniert nur, wenn die Teilnehmer ungefähr auf einem Niveau sind. Wer als Anfänger in eine Runde von Leuten mit siebenstelligen Umsätzen kommt, sitzt daneben, und beide Seiten haben nichts davon. Frag vorher, wer sonst dabei ist, und zwar nach Größenordnung, nicht nach Namen.

Zweitens der tatsächliche Anteil an Austausch. Wenn achtzig Prozent der Zeit Vortrag ist, ist es eine Veranstaltung und keine Runde, und dann sollte der Preis auch dem einer Veranstaltung entsprechen.

Drittens die Frage, ob am Ende verkauft wird. Bei manchen Formaten ist der eigentliche Zweck der Verkauf des nächstteureren Angebots. Das erkennt man vorher, wenn man fragt, was nach dem Treffen kommt.

Die kostenlose Variante, die ich empfehlen würde

Man kann so eine Runde selbst bauen, und das kostet nichts. Vier bis sechs Leute aus dem eigenen Umfeld, die ungefähr gleich weit sind, ein fester Termin im Monat, neunzig Minuten, feste Struktur: Jeder hat fünfzehn Minuten, davon fünf für die Lage und zehn für Fragen der anderen. Wer nicht vorbereitet ist, gibt seinen Platz ab.

Ich bin seit einer Weile in so einer Runde und würde sie gegen die meisten gekauften Angebote nicht tauschen. Der Grund ist einfach: Diese Leute kennen mein Geschäft, weil sie es über Monate begleiten. Ein Berater, der mich eine Stunde sieht, kann das nicht.

Wie man Leute dafür findet

Nicht über Aufrufe in großen Gruppen, das zieht die an, die nur nehmen wollen. Besser: gezielt Leute ansprechen, die man aus Foren, Kommentaren oder von Veranstaltungen kennt und deren Beiträge man schätzt. Vier direkte Anfragen bringen mehr als ein öffentlicher Aufruf.

Die Regel, die eine Runde am Leben hält

Vertraulichkeit und Anwesenheit. Wer zweimal hintereinander fehlt, ist raus. Das klingt hart und ist der Grund, warum solche Runden überhaupt funktionieren. Die meisten scheitern nicht an Streit, sondern daran, dass es langsam einschläft.

Woran man merkt, dass die Runde nicht passt

Wenn du nach drei Treffen nichts mitgenommen hast, das du ohne die Runde nicht gewusst hättest, ist die Zusammensetzung falsch, nicht das Format. Genauso, wenn du regelmäßig nur gibst. Beides ist kein Grund für schlechtes Gewissen beim Aussteigen. Eine Runde ist ein Arbeitsinstrument und keine Freundschaft, auch wenn daraus manchmal eine wird.

Ist jemand von euch in einer festen Runde, bezahlt oder selbst organisiert? Mich interessiert vor allem, wie ihr sie über das erste halbe Jahr hinaus am Laufen haltet.