Joschi Haunsperger ist Veranstalter des OMKO, eines Online-Marketing-Kongresses, der nach eigenen Angaben seit 2012 jährlich in Ingolstadt stattfindet. Er kommt aus dem Medienbereich und arbeitet zusätzlich als Berater und Autor. Ich mache das Board nicht mit einer Bewertung der Veranstaltung auf, sondern mit etwas, das mir mehr gebracht hat als jede Auswahl der richtigen Konferenz: ein Ablauf, mit dem sich der Besuch überhaupt rechnet. Man fährt hin, hört zehn Vorträge, kommt mit vollem Kopf und fünfzig Ideen zurück, und drei Wochen später ist nichts passiert. Das lag bei mir nie an den Vorträgen, sondern daran, dass ich ohne Ziel hingefahren bin. Ich fahre inzwischen mit genau einer offenen Frage hin, die ich vorher aufschreibe. Zum Beispiel: Wie löse ich die Nachverfolgung meiner Verkäufe, seit die Daten lückenhaft sind? Diese eine Frage stelle ich jedem, mit dem ich rede. Das hat zwei Effekte: Ich bekomme fünf verschiedene Antworten von Leuten, die es praktisch gelöst haben, und ich habe einen Gesprächseinstieg, der nicht aus Smalltalk besteht. Zweiter Vorbereitungsschritt: das Programm durchgehen und drei Personen markieren, mit denen ich sprechen will. Nicht die Bekanntesten, sondern die, die zu meinem Thema etwas Konkretes machen. Das war die wichtigste Umstellung. Vorträge kann man in vielen Fällen später nachlesen oder nachsehen. Die Gespräche in den Pausen gibt es nur dort. Ich gehe deshalb in etwa die Hälfte der Vorträge und nutze den Rest für Gespräche, meistens auf dem Gang und beim Essen. Was gut funktioniert: Sprecher direkt nach ihrem Vortrag ansprechen, mit einer konkreten Rückfrage zum Inhalt. Nicht mit einem allgemeinen Kompliment. Die Rückfrage zeigt, dass man zugehört hat, und daraus wird ein Gespräch. Am Abend oder spätestens am nächsten Tag: alle Notizen durchgehen, drei Dinge auswählen, die ich in den nächsten zwei Wochen umsetze, und den Rest bewusst streichen. Dann jedem, mit dem ich ein echtes Gespräch hatte, eine kurze Nachricht schreiben, mit Bezug auf das Gespräch. Nicht ein Standardtext, sondern zwei Sätze zu dem, worüber wir geredet haben. Aus genau diesen Nachrichten sind bei mir zwei Kooperationen entstanden. Aus den Vorträgen ist nie eine entstanden. Verkaufsblöcke auf der Bühne, und Entscheidungen vor Ort. Wenn auf einer Veranstaltung ein Angebot mit befristetem Sonderpreis vorgestellt wird, notiere ich es und entscheide nach achtundvierzig Stunden zu Hause. Die Stimmung in einem Saal ist ein schlechter Ratgeber für vierstellige Beträge. Das ist keine Kritik an einer bestimmten Veranstaltung, sondern eine Regel, die ich mir nach zwei Fehlkäufen gesetzt habe. Meine Rechnung: Wenn ich aus einer Veranstaltung eine umsetzbare Erkenntnis und einen brauchbaren Kontakt mitnehme, hat sie sich getragen. Nach diesem Maßstab hat sich etwa die Hälfte gelohnt. Die andere Hälfte lag in der Regel daran, dass ich ohne Frage hingefahren bin. Meine Erfahrung nach etlichen Besuchen: Bei sehr großen Events sind die interessanten Leute schwer erreichbar, und die Bühne ist zu einem erheblichen Teil Marketing. Bei Veranstaltungen mit ein paar hundert Teilnehmern kommt man an praktisch jeden heran, und die Vorträge sind fachlicher, weil das Publikum kleiner und spezialisierter ist. Wer auswählen muss, sollte die Größe deshalb eher als Nachteil verbuchen und nicht als Qualitätsmerkmal. Wie bereitet ihr euch auf Veranstaltungen vor, oder fahrt ihr einfach hin? Und schreibt ihr die Leute hinterher tatsächlich an? Joschi Haunsperger ist Veranstalter des OMKO, eines Online-Marketing-Kongresses, der nach eigenen Angaben seit 2012 jährlich in Ingolstadt stattfindet. Er kommt aus dem Medienbereich und arbeitet zusätzlich als Berater und Autor. Ich mache das Board nicht mit einer Bewertung der Veranstaltung auf, sondern mit etwas, das mir mehr gebracht hat als jede Auswahl der richtigen Konferenz: ein Ablauf, mit dem sich der Besuch überhaupt rechnet. Man fährt hin, hört zehn Vorträge, kommt mit vollem Kopf und fünfzig Ideen zurück, und drei Wochen später ist nichts passiert. Das lag bei mir nie an den Vorträgen, sondern daran, dass ich ohne Ziel hingefahren bin. Ich fahre inzwischen mit genau einer offenen Frage hin, die ich vorher aufschreibe. Zum Beispiel: Wie löse ich die Nachverfolgung meiner Verkäufe, seit die Daten lückenhaft sind? Diese eine Frage stelle ich jedem, mit dem ich rede. Das hat zwei Effekte: Ich bekomme fünf verschiedene Antworten von Leuten, die es praktisch gelöst haben, und ich habe einen Gesprächseinstieg, der nicht aus Smalltalk besteht. Zweiter Vorbereitungsschritt: das Programm durchgehen und drei Personen markieren, mit denen ich sprechen will. Nicht die Bekanntesten, sondern die, die zu meinem Thema etwas Konkretes machen. Das war die wichtigste Umstellung. Vorträge kann man in vielen Fällen später nachlesen oder nachsehen. Die Gespräche in den Pausen gibt es nur dort. Ich gehe deshalb in etwa die Hälfte der Vorträge und nutze den Rest für Gespräche, meistens auf dem Gang und beim Essen. Was gut funktioniert: Sprecher direkt nach ihrem Vortrag ansprechen, mit einer konkreten Rückfrage zum Inhalt. Nicht mit einem allgemeinen Kompliment. Die Rückfrage zeigt, dass man zugehört hat, und daraus wird ein Gespräch. Am Abend oder spätestens am nächsten Tag: alle Notizen durchgehen, drei Dinge auswählen, die ich in den nächsten zwei Wochen umsetze, und den Rest bewusst streichen. Dann jedem, mit dem ich ein echtes Gespräch hatte, eine kurze Nachricht schreiben, mit Bezug auf das Gespräch. Nicht ein Standardtext, sondern zwei Sätze zu dem, worüber wir geredet haben. Aus genau diesen Nachrichten sind bei mir zwei Kooperationen entstanden. Aus den Vorträgen ist nie eine entstanden. Verkaufsblöcke auf der Bühne, und Entscheidungen vor Ort. Wenn auf einer Veranstaltung ein Angebot mit befristetem Sonderpreis vorgestellt wird, notiere ich es und entscheide nach achtundvierzig Stunden zu Hause. Die Stimmung in einem Saal ist ein schlechter Ratgeber für vierstellige Beträge. Das ist keine Kritik an einer bestimmten Veranstaltung, sondern eine Regel, die ich mir nach zwei Fehlkäufen gesetzt habe. Meine Rechnung: Wenn ich aus einer Veranstaltung eine umsetzbare Erkenntnis und einen brauchbaren Kontakt mitnehme, hat sie sich getragen. Nach diesem Maßstab hat sich etwa die Hälfte gelohnt. Die andere Hälfte lag in der Regel daran, dass ich ohne Frage hingefahren bin. Meine Erfahrung nach etlichen Besuchen: Bei sehr großen Events sind die interessanten Leute schwer erreichbar, und die Bühne ist zu einem erheblichen Teil Marketing. Bei Veranstaltungen mit ein paar hundert Teilnehmern kommt man an praktisch jeden heran, und die Vorträge sind fachlicher, weil das Publikum kleiner und spezialisierter ist. Wer auswählen muss, sollte die Größe deshalb eher als Nachteil verbuchen und nicht als Qualitätsmerkmal. Wie bereitet ihr euch auf Veranstaltungen vor, oder fahrt ihr einfach hin? Und schreibt ihr die Leute hinterher tatsächlich an?Fachkonferenzen richtig nutzen: mein Ablauf vor, während und nach der Veranstaltung
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Warum die meisten Konferenzbesuche verpuffen
Vorher: eine Frage mitnehmen
Währenddessen: weniger Vorträge, mehr Gespräche
Nachher: die vierundzwanzig Stunden entscheiden
Was ich mir spare
Lohnt sich der Besuch überhaupt?
Kleinere Veranstaltungen sind oft die besseren
Warum die meisten Konferenzbesuche verpuffen
Vorher: eine Frage mitnehmen
Währenddessen: weniger Vorträge, mehr Gespräche
Nachher: die vierundzwanzig Stunden entscheiden
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#1 · 30. Juli 2026, 13:20