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Schweiz und Österreich als eigene Märkte: was Affiliates dabei übersehen

Pascal Schildknecht ist nach eigenen Angaben seit über fünfzehn Jahren im Onlinemarketing tätig, stammt aus der Schweiz, unterrichtet dort an einer Fachschule und arbeitet als Coach und Referent. Angefangen hat er nach eigener Darstellung mit Affiliate-Marketing im Bereich Computerspiele und ist darüber zur Suchmaschinenoptimierung gekommen. Ich nehme das Board für ein Thema, das im deutschsprachigen Raum ständig unterschätzt wird.

Der deutschsprachige Raum ist nicht ein Markt

Die meisten von uns schreiben für Deutschland und gehen davon aus, dass Österreich und die Schweiz mitlaufen. Das stimmt sprachlich und sonst kaum. Wer diese Märkte gezielt bedient, findet dort deutlich weniger Konkurrenz bei ähnlichem Aufwand.

Konkrete Unterschiede, die praktisch relevant sind: andere Währung in der Schweiz, andere Preisniveaus, teils andere Anbieter, unterschiedliche Versandkosten und Lieferzeiten, abweichende rechtliche Rahmenbedingungen und ein anderer Sprachgebrauch. Wer einen Beitrag über ein Produkt schreibt und Preise in Euro angibt, ist für Schweizer Leser sofort ungenau.

Wo ich echte Lücken gesehen habe

Suchanfragen mit regionalem Bezug sind in diesen Märkten oft erstaunlich schwach bedient. Wenn zu einem Thema in Deutschland dreißig gute Beiträge existieren, gibt es zur schweizerischen oder österreichischen Variante derselben Frage manchmal zwei, und die sind alt. Das Suchvolumen ist kleiner, aber die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich gefunden zu werden, ist um ein Vielfaches höher.

Praktisch heißt das: Nimm deine zehn bestlaufenden Beiträge und prüf, ob es die Frage auch mit regionalem Bezug gibt. Wenn ja, ist das eine eigene Seite wert, mit echten Anpassungen und nicht nur einem ausgetauschten Ländernamen.

Was man dabei richtig machen muss

Erstens die Anbieter prüfen. Ein Programm, das nicht in die Schweiz liefert oder dort andere Konditionen hat, macht deinen Beitrag wertlos. Zweitens die Zahlungsarten, die regional unterschiedlich verbreitet sind. Drittens den Sprachgebrauch, denn falsche Begriffe fallen sofort auf und kosten Glaubwürdigkeit.

Und viertens, das ist der wichtigste Punkt: Die rechtlichen Anforderungen unterscheiden sich. Impressumspflichten, Widerrufsrecht, Preisangaben und Datenschutz sind nicht identisch. Wer gezielt in einen anderen Markt geht, sollte das einmal fachlich klären lassen, statt anzunehmen, es sei dasselbe.

Der Weg über die Suchmaschinenoptimierung

Am beschriebenen Werdegang finde ich noch etwas interessant: Der Einstieg über Affiliate-Marketing führte zur Beschäftigung mit Suchmaschinen. Das ist ein Muster, das ich für richtig halte. Wer Provisionen verdienen will, merkt schnell, dass er ein Besucherproblem hat, und lernt darüber Suchmaschinenoptimierung von der praktischen Seite. Das ist deutlich lehrreicher, als sich Theorie anzueignen und danach zu überlegen, wie man damit Geld verdient.

Unterrichten als Prüfstein

Wer sein Wissen regelmäßig weitergeben muss, merkt schnell, wo es lückenhaft ist. Ich habe angefangen, für jedes Thema, bei dem ich mir unsicher bin, eine Erklärung zu schreiben, als würde ich sie jemandem beibringen. In der Hälfte der Fälle stelle ich dabei fest, dass ich es selbst nicht sauber verstanden habe.

Praktischer Vorschlag

Prüf bei deinen fünf wichtigsten Programmen, ob sie in die Schweiz und nach Österreich liefern und zu welchen Konditionen. Wenn ja, hast du zwei zusätzliche Märkte mit wenig Konkurrenz. Wenn nein, weißt du, warum deine Besucher von dort nichts kaufen.

Bedient jemand von euch gezielt Österreich oder die Schweiz? Mich interessiert, ob sich der Zusatzaufwand bei euch gerechnet hat.