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Erst Publikum, dann Produkt: was der Weg über einen Themenkanal voraushat

Darek Shabany war nach eigenen Angaben Sport- und Geschichtslehrer, bevor er sich selbstständig gemacht hat. Bemerkenswert ist die Reihenfolge: Er hat zuerst einen großen deutschsprachigen Boxkanal aufgebaut, daraus ein eigenes Produkt zum Thema Boxen entwickelt und sich erst danach auf Affiliate-Marketing verlegt. Genau diese Reihenfolge ist der Grund, warum ich das Board damit aufmache.

Publikum zuerst ist der unterschätzte Weg

Die meisten hier gehen andersherum vor: Sie suchen ein Produkt mit hoher Provision und danach jemanden, der es kaufen könnte. Das ist mühsam, weil man bei null anfängt und gleichzeitig verkaufen will.

Wer zuerst ein Publikum zu einem Thema aufbaut, das ihn wirklich interessiert, hat später die freie Wahl. Er kennt die Fragen seiner Leute, er weiß, worauf sie reagieren, und er kann ein Angebot aussuchen, das tatsächlich passt, statt eins zu nehmen, das gerade gut bezahlt.

Der Preis dafür ist Geduld. In der Aufbauphase verdient man nichts, und das dauert Monate bis Jahre. Wer das nicht durchhält, sollte den anderen Weg gehen und sich das eingestehen.

Warum ein Hobbythema besser funktioniert als ein Geldthema

Ein Kanal über Boxen, Angeln, Kochen oder Modellbau hat zwei Vorteile gegenüber einem Kanal über Geldverdienen. Erstens die Konkurrenz: Im Bereich Onlinemarketing kämpfst du gegen Leute mit zehn Jahren Vorsprung. In einem Sachthema sind die vorhandenen Inhalte oft erstaunlich schwach.

Zweitens die Ausdauer. Man produziert über Jahre nur zu einem Thema, das man mag. Wer sich für sein Thema nicht interessiert, hört nach vierzig Videos auf, und vierzig sind zu wenig.

Der Übergang zum Verkaufen

Der heikle Moment kommt, wenn aus einem Kanal, den die Leute wegen des Themas verfolgen, ein Kanal wird, auf dem verkauft wird. Was ich beobachtet habe und selbst erlebt habe: Das geht gut, solange das Angebot zum Thema gehört, und es geht schief, sobald man dem Publikum etwas Fremdes anbietet.

Konkret: Ein Boxkanal kann Ausrüstung und Trainingsprogramme empfehlen, ohne dass jemand sich stört. Sobald derselbe Kanal Kurse zum Geldverdienen im Internet bewirbt, kippt die Stimmung, weil die Zuschauer merken, dass sie nicht mehr die Zielgruppe sind, sondern die Ware.

Die zweite Karriere aus dem Gelernten

Interessant ist der zweite Schritt: Wer einen Kanal aufgebaut hat, hat dabei etwas gelernt, das andere wissen wollen. Daraus entstehen dann die Angebote zum Thema Marketing selbst. Das ist ein logischer Weg und gleichzeitig der Punkt, an dem man aufpassen sollte. Meine persönliche Grenze: über etwas unterrichten, das man tatsächlich mehrfach gemacht hat, nicht über etwas, das einmal funktioniert hat.

Was Lehrer in diesem Geschäft voraushaben

Ein Punkt, der mir öfter auffällt: Menschen aus Lehrberufen sind in diesem Feld überdurchschnittlich erfolgreich. Der Grund liegt auf der Hand. Der schwierigste Teil eines Kurses ist nicht das Wissen, sondern es so zu zerlegen, dass jemand es Schritt für Schritt aufnehmen kann. Wer das gelernt hat, hat einen echten Vorsprung.

Konkreter Vorschlag

Wenn du gerade überlegst, wo du anfangen sollst: Nimm das Thema, über das du dich mit Freunden ohnehin unterhältst, und prüf, ob es dazu Produkte über zwanzig Euro gibt. Wenn ja, hast du deine Nische. Sie ist unspektakulär und du hältst sie durch.

Habt ihr euer Thema aus Interesse gewählt oder nach Provisionshöhe? Und wer aus Interesse gewählt hat: Würdet ihr es wieder so machen?