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Mitgliederbereich aufsetzen: worauf es bei Kursplattformen wie Coachy wirklich ankommt

Wer als Affiliate irgendwann ein eigenes Produkt baut, landet zwangsläufig bei der Frage, wo die Inhalte liegen sollen. Coachy ist eine der Plattformen, die genau dafür gemacht sind: Mitgliederbereiche und Online-Kurse anlegen, Videos hochladen, verkaufen, angebunden an Zahlungsanbieter und Verteiler, gehostet in der EU. Ich schreibe hier auf, worauf ich bei dieser Art von Werkzeug achte.

Der Unterschied zum Selbstbau

Man kann einen Mitgliederbereich auch mit Erweiterungen auf dem eigenen System bauen. Ich habe beides gemacht und würde heute für den Start zur fertigen Plattform greifen. Der Grund ist nicht der Funktionsumfang, sondern die Zeit, die man nicht mit Fehlersuche verbringt. Zugangsrechte, Videoauslieferung, Zahlungsstatus und Kündigungen sauber zusammenzubringen ist genau die Art von Aufgabe, die im Selbstbau immer drei Wochen länger dauert als gedacht. Wenn du nicht sicher weißt, dass dein Kurs Käufer findet, ist diese Zeit besser in den Inhalt investiert.

Was ich vor der Entscheidung prüfe

Erstens der Export. Kann ich Mitgliederdaten und Inhalte vollständig herausbekommen, wenn ich in zwei Jahren wechseln will? Bei Kursen mit laufenden Zahlungen ist das existenziell, denn ein Wechsel ohne Export bedeutet, dass du bestehende Kunden bitten musst, sich neu anzumelden, und einen Teil davon verlierst du dabei.

Zweitens die Videoauslieferung. Werden Videos so eingebunden, dass sie nicht einfach kopiert werden können, und wie schnell laden sie? Ein Kurs, dessen Videos ruckeln, erzeugt Rückgaben, unabhängig von der Qualität des Inhalts.

Drittens der Standort der Daten und ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Wenn du Kundendaten verarbeitest, brauchst du das ohnehin, und Anbieter mit Hosting im europäischen Raum machen dir das Leben an der Stelle deutlich einfacher.

Viertens die Anbindung an das, was du schon nutzt. Wenn Zahlungsanbieter und Verteiler nicht sauber angebunden sind, baust du Handarbeit ein, die dich bei jedem einzelnen Verkauf Zeit kostet.

Der Fehler, den ich beim ersten Kurs gemacht habe

Ich habe zuerst die Plattform ausgesucht, dann den Kurs gebaut, und erst am Schluss gefragt, ob überhaupt jemand ihn kaufen will. Richtig herum wäre gewesen: das Thema an einer Handvoll Leuten prüfen, den Kurs als Live-Begleitung mit einer kleinen Gruppe durchführen, und erst danach aufzeichnen und in eine Plattform packen. Dann weißt du nämlich schon, an welchen Stellen die Leute hängen bleiben, und baust genau dort die Erklärungen ein.

Struktur schlägt Umfang

Was bei Kursen zu Abbrüchen führt, ist fast nie zu wenig Material, sondern zu viel und schlecht sortiert. Meine Regel: kurze Einheiten, jede mit einem klaren Ergebnis am Ende, und ein sichtbarer Fortschritt. Wenn jemand nach zwanzig Minuten etwas fertig hat, kommt er wieder. Wenn die erste Einheit vierzig Minuten Theorie ist, nicht.

Zur Vermarktung solcher Plattformen

Kursplattformen haben in der Regel Partnerprogramme mit wiederkehrender Vergütung, was sie für uns interessant macht. Wenn du in diesem Bereich empfiehlst, ist der wirksamste Inhalt kein Vergleich, sondern eine Anleitung: wie man einen bestimmten Ablauf in dem Werkzeug konkret umsetzt. Solche Beiträge werden von Leuten gefunden, die das Werkzeug bereits einsetzen oder gerade dabei sind, sich zu entscheiden, und das sind die einzigen, die tatsächlich kaufen.

Was nutzt ihr für eigene Kurse, eine fertige Plattform oder etwas Selbstgebautes? Und hat jemand schon mal einen Bestand an laufenden Mitgliedschaften umgezogen?