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Persönlichkeitsentwicklung als Affiliate-Nische: große Nachfrage, hohe Ansprüche

Greator ist nach eigenen Angaben die größte deutschsprachige Plattform für Persönlichkeitsentwicklung, 2012 in Köln unter dem Namen Gedankentanken gegründet. Das Angebot reicht von kostenlosen Vorträgen und Podcasts über Ausbildungen bis zu großen Live-Veranstaltungen. Für uns ist das ein guter Anlass, über diese Nische als Ganzes zu reden, denn sie hat sehr eigene Spielregeln.

Warum die Nische attraktiv ist

Die Nachfrage ist riesig und dauerhaft, die Produkte haben ordentliche Preise, und es gibt reichlich Angebote mit Partnerprogrammen. Anders als bei technischen Themen veraltet der Inhalt kaum: Ein guter Beitrag über den Umgang mit Selbstzweifeln funktioniert in fünf Jahren noch. Das macht die Nische für langfristig angelegte Seiten interessant.

Warum sie schwierig ist

Erstens ist das Vertrauen, das jemand braucht, um vierstellige Beträge für eine Ausbildung auszugeben, ungleich größer als bei einem Werkzeug für neunzehn Euro im Monat. Eine anonyme Vergleichsseite verkauft in diesem Feld praktisch nichts. Es braucht ein Gesicht, eine Geschichte und nachvollziehbare eigene Erfahrung.

Zweitens grenzt das Feld an Bereiche, in denen man sehr vorsichtig sein muss. Sobald Aussagen in Richtung Heilung, Therapie oder psychische Gesundheit gehen, ist man schnell in einem Bereich mit strengen Regeln für Werbeaussagen. Ich formuliere deshalb konsequent als persönliche Erfahrung und verweise bei allem, was nach Behandlung klingt, ausdrücklich auf Fachleute. Das ist keine Formalie, das schützt dich und die Leser.

Was in dieser Nische funktioniert

Der ehrliche Erfahrungsbericht über einen längeren Zeitraum. Nicht die Zusammenfassung eines Seminars, sondern was drei Monate später davon übrig war. Genau das gibt es kaum, weil es Zeit kostet, und genau danach suchen die Leute, bevor sie viel Geld ausgeben. Meine besten Ergebnisse in diesem Feld kamen aus Beiträgen, in denen ich beschrieben habe, was bei mir nicht funktioniert hat und warum.

Ebenfalls stark: die Einordnung für bestimmte Lebenssituationen. Ein Angebot ist für jemanden im Angestelltenverhältnis mit Familie etwas völlig anderes als für einen Selbstständigen Mitte zwanzig. Wer das differenziert, hilft tatsächlich bei der Entscheidung.

Wovon ich abrate

Von Beiträgen, die Veranstaltungen und Ausbildungen bewerben, die man nie selbst besucht hat. In diesem Feld werden erhebliche Summen investiert, und die Leute fragen nach. Wenn dann herauskommt, dass du nur die Verkaufsseite gelesen hast, ist deine Glaubwürdigkeit in einer Nische weg, die komplett auf Glaubwürdigkeit beruht.

Ebenfalls heikel: Einkommensversprechen im Zusammenhang mit Coaching-Ausbildungen. Wer schreibt, dass man mit einer bestimmten Ausbildung später einen bestimmten Betrag verdienen kann, bewegt sich in einem Bereich, in dem Werbeaussagen belegbar sein müssen.

Ein praktischer Einstiegsweg

Fang mit den kostenlosen Inhalten der großen Anbieter an, also Vorträgen, Podcasts und Vortragsaufzeichnungen, und schreibe darüber Zusammenfassungen mit eigener Einordnung. Damit lernst du das Feld kennen, baust Inhalte auf, die gefunden werden, und kommst mit den Leuten in Kontakt, die sich für das Thema interessieren. Die Empfehlung kostenpflichtiger Angebote kommt später und wird dann von jemandem ausgesprochen, der offensichtlich weiß, wovon er redet.

Zur Saisonalität

Ein praktischer Punkt, den ich erst spät gesehen habe: Diese Nische ist stark saisonal. Rund um den Jahreswechsel und im Frühjahr steigt die Nachfrage deutlich, im Sommer bricht sie ein. Wer seine besten Inhalte im Juli veröffentlicht, verschenkt sie. Ich plane die wichtigsten Beiträge inzwischen so, dass sie im Oktober und November stehen und bis zur Hauptzeit von den Suchmaschinen eingeordnet sind. Das ist keine große Erkenntnis, macht aber über ein Jahr einen erheblichen Unterschied in den Zahlen.

Ist hier jemand in dieser Nische unterwegs? Mich interessiert besonders, wie ihr mit der Frage umgeht, ob man teure Ausbildungen empfehlen sollte, die man selbst nicht gemacht hat.