Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Quereinstieg und Nischenblick: was am Weg von Oliver Wermeling interessant ist

Oliver Wermeling war nach eigenen Angaben siebzehn Jahre im Polizeidienst, bevor er 2013 gekündigt hat und in die Selbstständigkeit gegangen ist. Inhaltlich liegt sein Schwerpunkt auf Besucherquellen und dem Erkennen von Nischen mit Umsatzpotenzial. Bekannt ist er außerdem als Gründer einer Mitgliederbereich-Erweiterung für WordPress. Ich mache das Board mit zwei Punkten auf, die mir daran auffallen.

Quereinstieg ist ein Vorteil, kein Nachteil

In dieser Branche wird viel Wert darauf gelegt, wie früh jemand angefangen hat. Dabei ist der Quereinstieg oft die bessere Ausgangslage, und zwar aus einem konkreten Grund: Wer siebzehn Jahre in einem anderen Beruf war, kennt eine Welt, die die meisten Onlinemarketer nicht kennen. Er weiß, wie dort gesprochen wird, welche Probleme es gibt und wofür Leute dort Geld ausgeben.

Genau das ist der Rohstoff für eine Nische, in der man nicht gegen tausend andere antritt. Wer aus der Pflege, dem Handwerk, der Verwaltung oder dem Vertrieb kommt, hat Zugang zu Themen, die im Marketingbereich niemand versteht. Meine Empfehlung an alle Quereinsteiger: Wirf deinen bisherigen Beruf nicht weg, das ist dein Wettbewerbsvorteil.

Der eigentliche Engpass heißt Besucher

Der zweite Punkt ist die Schwerpunktsetzung auf Traffic. Ich halte das für richtig und untergewichtet. Die meisten Einsteiger stecken ihre Energie in die Auswahl des Programms, in die Gestaltung der Seite und in die Frage, welches Werkzeug sie einsetzen sollen. Alles das ist nachrangig, solange niemand die Seite besucht.

Die härteste Frage, die man sich am Anfang stellen sollte, lautet deshalb nicht, was man verkaufen will, sondern: Woher kommen in sechs Monaten die ersten tausend Besucher, und zwar konkret? Wenn die Antwort lautet, über Google, ist das keine Antwort, sondern eine Hoffnung. Eine Antwort wäre: über zwanzig Beiträge zu diesen konkreten Suchbegriffen, bei denen die aktuellen Ergebnisse schwach sind.

Mitgliederbereiche als Nebenthema mit Substanz

Interessant finde ich, dass aus der Arbeit heraus ein Werkzeug entstanden ist. Das Muster kennt man: Wer lange genug im Feld arbeitet, sieht, was fehlt. Für uns heißt das nicht, dass jeder Software bauen soll, sondern dass man auf die eigenen Umwege achten sollte. Wo du regelmäßig etwas von Hand machst, das eigentlich automatisch gehen müsste, liegt entweder eine Automatisierung oder ein Produkt.

Der Übergang aus der Festanstellung

Weil das viele hier betrifft, ein nüchterner Hinweis. Die Geschichten über den Absprung klingen im Rückblick immer mutig. Was in der Regel dazugehört und selten erzählt wird: Rücklagen, ein Zeitraum ohne Einnahmen und häufig ein Vorlauf, in dem nebenher aufgebaut wurde. Ich würde niemandem raten, ohne mehrere Monate Puffer und ohne erste eigene Einnahmen zu kündigen. Das ist kein mangelnder Mut, das ist der Unterschied zwischen einer Entscheidung und einem Risiko.

Was ich empfehlen würde

Schreib auf, welche drei Themen aus deinem bisherigen Berufsleben du besser kennst als neunundneunzig Prozent der Leute. Prüf für jedes, ob es dazu Produkte über zwanzig Euro gibt. In der Regel bleibt eins übrig, und das ist deutlich aussichtsreicher als alles, was du dir im Marketingbereich ausdenken kannst.

Wer von euch ist quer eingestiegen, und nutzt ihr euer altes Fachgebiet oder habt ihr es komplett hinter euch gelassen?