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Snapchat für Affiliates: enge Nische, aber sehr direkter Draht

Snapchat taucht in Affiliate-Diskussionen kaum auf, und das hat Gründe. Ich halte es trotzdem für einen Kanal, den man kennen sollte, weil er in bestimmten Nischen erstaunlich gut funktioniert. Ich mache das Board mal mit einer nüchternen Einschätzung auf.

Wer dort erreichbar ist

Der Schwerpunkt liegt bei einem jungen Publikum, und das entscheidet praktisch alles. Themen, die dort funktionieren, sind Mode, Kosmetik, Technik für den Alltag, Gaming, Fitness, Nebenverdienst und alles rund um Ausbildung und Studium. Themen, die dort nicht funktionieren, sind Altersvorsorge, Versicherungen, Geschäftssoftware und alles, was ein größeres Budget oder eine längere Entscheidung braucht. Wenn dein Angebot in die zweite Gruppe fällt, kannst du dir den Aufwand sparen, egal wie gut deine Inhalte sind.

Die technische Hürde: Links

Anders als bei anderen Plattformen ist das Setzen von Links eingeschränkt und abhängig vom Kontotyp und den jeweils aktuellen Regeln. Bevor du irgendetwas planst, prüfe im eigenen Konto, welche Verlinkungsmöglichkeiten dir tatsächlich zur Verfügung stehen. Ich habe das anfangs falsch herum gemacht, also erst Inhalte produziert und dann festgestellt, dass ich sie nicht sinnvoll verlinken kann. Prüf das zuerst, dann planst du drumherum.

Der eigentliche Vorteil

Was diese Plattform anders macht als alle anderen: Die Kommunikation ist sehr direkt und persönlich. Wer dir folgt, bekommt deine Inhalte wirklich zu sehen, ohne dass eine Rangfolge dazwischen entscheidet. Und Antworten kommen als private Nachricht. Für erklärungsbedürftige Empfehlungen ist das stark, weil du auf Rückfragen direkt eingehst. Die Abschlussquote aus solchen Gesprächen war bei mir deutlich höher als bei allem, was über einen öffentlichen Beitrag lief.

Was inhaltlich funktioniert

Ungeschnittenes, alltagsnahes Material. Wer dort Hochglanzwerbung postet, wird weggewischt. Was funktioniert, ist die Vorher-Nachher-Logik: das Problem zeigen, die Lösung zeigen, kurz sagen, was es gekostet hat. Alles in wenigen Sekunden, weil die Aufmerksamkeitsspanne kurz ist. Und Wiederholung, weil Inhalte dort schnell verschwinden. Was auf anderen Plattformen als zu häufig gilt, ist hier normal.

Kennzeichnung

Auch bei kurzlebigen Formaten gilt die Kennzeichnungspflicht für Werbung. Ein eingeblendeter Hinweis im Bild und eine mündliche Nennung sind der sichere Weg. Das ist bei jungem Publikum besonders wichtig, weil die Aufsicht in diesem Bereich genauer hinschaut und weil Vertrauen dort schnell weg ist, wenn sich jemand getäuscht fühlt.

Meine ehrliche Empfehlung

Ich würde diese Plattform niemandem als ersten Kanal empfehlen. Der Aufwand pro erreichter Person ist hoch, es gibt keine Suchfunktion, die dir dauerhaft Besucher bringt, und Inhalte arbeiten nicht für dich weiter. Wenn du aber ohnehin dort aktiv bist und deine Nische zum Publikum passt, ist es ein guter Ergänzungskanal, um bestehende Follower näher an dich zu binden. Als Grundlage taugt es nicht, als Verstärker schon.

Zuordnung von Verkäufen

Weil Inhalte dort schnell verschwinden und die Verlinkung eingeschränkt ist, ist die Messung schwieriger als anderswo. Was ich mache: eine eigene, kurze Adresse als Zwischenschritt, die nur für diesen Kanal verwendet wird, und dahinter der Partnerlink mit eigener Kennung. Damit sehe ich in der Abrechnung des Programms, was von dort kam, unabhängig davon, ob mir die Plattform Zahlen liefert. Wer das nicht macht, wird nach zwei Monaten nicht sagen können, ob sich der Aufwand gelohnt hat, und genau das ist der Grund, warum viele diesen Kanal für wirkungslos halten.

Zeitaufwand ehrlich rechnen

Ein Kanal, der nur zweimal pro Woche etwas zeigt, funktioniert dort nicht, weil die Inhalte ohnehin verschwinden. Realistisch reden wir über tägliche Beiträge. Wer diese Zeit nicht dauerhaft aufbringen kann, sollte lieber einen Kanal wählen, dessen Inhalte länger arbeiten.

Ist hier jemand auf dieser Plattform aktiv? Mich würde interessieren, ob ihr messbar Verkäufe darüber zuordnen könnt oder ob die Zuordnung an den Verlinkungsgrenzen scheitert.