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Vom Affiliate zum Anbieter: was beim Einstellen des ersten eigenen Produkts anfällt

Die meisten hier kennen Verkaufsplattformen für digitale Produkte aus der Partnerperspektive. Irgendwann kommt aber der Punkt, an dem man ein eigenes Produkt einstellt, und dann sieht die Sache anders aus. Ich habe das hinter mir und schreibe auf, was dabei tatsächlich anfällt, damit dieses Board nicht länger leer bleibt.

Die Rolle des Wiederverkäufers verstehen

Bei diesem Modell verkauft nicht du an den Kunden, sondern die Plattform tritt als Verkäufer auf und du lieferst das Produkt. Das nimmt dir eine Menge ab: Rechnungsstellung, Steuerausweis für unterschiedliche Länder, Zahlungsabwicklung, Umgang mit Rücktritten. Es bedeutet aber auch, dass die Plattform Regeln vorgibt, was du verkaufen darfst und wie deine Verkaufsseite aussehen muss. Lies diese Regeln, bevor du zwei Wochen Arbeit in eine Seite steckst, die dann nicht freigegeben wird.

Was vor der Freigabe fertig sein muss

Eine Verkaufsseite, die das Produkt konkret beschreibt, ohne unbelegbare Versprechen. Klare Angaben zu Preis, Leistungsumfang und Laufzeit. Eine Widerrufsbelehrung, die zu digitalen Inhalten passt, denn dort gibt es Besonderheiten, wenn der Zugang sofort bereitgestellt wird. Ein Impressum. Und der Zugang zum Produkt selbst, der automatisch nach Zahlung ausgeliefert wird. Der letzte Punkt ist der, der bei mir am längsten gedauert hat, weil ich unterschätzt hatte, wie viele Zustände es gibt: bezahlt, Ratenzahlung ausgefallen, zurückgetreten, verlängert.

Preisgestaltung und was hinten übrig bleibt

Rechne von Anfang an mit dem Nettobetrag nach allen Abzügen: Plattformgebühr, Zahlungsgebühren, Provision für Partner, Rückerstattungen, Steuern. Wer nur auf den Listenpreis schaut, ist überrascht. Bei mir waren es beim ersten Produkt deutlich weniger als gedacht, und das hat meine gesamte Kalkulation für Werbeausgaben verändert. Diese Zahl solltest du kennen, bevor du das erste Mal Geld für Reichweite ausgibst.

Die Partnerprovision festlegen

Der Reflex ist, sie niedrig anzusetzen. Der Fehler dabei: Ohne attraktive Beteiligung bewirbt dich niemand, und dann verkaufst du allein. Meine Überlegung war am Ende einfach: Ein Verkauf über einen Partner, an dem ich weniger verdiene, ist besser als ein Verkauf, der nie stattfindet. Wichtig ist nur, den Satz so zu wählen, dass du ihn nicht später senken musst, denn das nehmen Partner sehr übel.

Rückgabequote ernst nehmen

Bei digitalen Produkten ist sie strukturbedingt höher als bei Ware. Sie ist aber auch ein Spiegel deiner Verkaufsseite. Wenn du auf der Seite mehr versprichst, als das Produkt hält, siehst du das binnen weniger Wochen an dieser Zahl. Ich habe nach den ersten Rückgaben zwei Formulierungen entschärft und die Quote ist deutlich gefallen. Das war unangenehm zu lesen und die nützlichste Rückmeldung, die ich bekommen habe.

Support einplanen

Die Plattform übernimmt die Zahlungsfragen, aber inhaltliche Fragen zu deinem Produkt landen bei dir. Rechne mit deutlich mehr Aufwand, als du denkst, besonders in den ersten Wochen. Was hilft: eine Seite mit häufigen Fragen, die du nach den ersten zwanzig Anfragen aus den echten Fragen baust, statt sie vorher zu erfinden.

Der Rat, den ich mir gewünscht hätte

Bau das Produkt nicht fertig, bevor du weißt, dass es jemand will. Verkauf zuerst eine Begleitung in kleiner Runde, liefere sie live, und mach daraus danach das Produkt. Dann hast du Käufer, Rückmeldungen und Belege, bevor du Monate in Aufzeichnungen steckst.

Wer von euch hat den Schritt zum eigenen Produkt schon gemacht? Mich interessiert, wie hoch ihr die Partnerbeteiligung angesetzt habt und ob ihr sie seitdem verändern musstet.