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Von der Selbstständigkeit zum Unternehmen: der Gedanke hinter dem Mehr-Geschäft-Ansatz

Ich mache das Board mit einer sachlichen Einordnung auf. Pascal Feyh betreibt zusammen mit Jeremy Feyh und Dominik Jansen das Angebot Mehr Geschäft, das nach eigener Beschreibung Coachings, Workshops, Videos und Bücher für Unternehmer, Gründer und Selbstständige bereitstellt. Der Leitgedanke, der über allem steht, lautet sinngemäß: aus einer Selbstständigkeit ein Unternehmen machen. Genau dieser Satz lohnt eine Diskussion, unabhängig davon, was man von einzelnen Angeboten hält.

Der Unterschied, um den es geht

Selbstständig ist, wessen Umsatz aufhört, sobald er aufhört zu arbeiten. Ein Unternehmen läuft ohne den Inhaber weiter, zumindest eine Weile. Für die meisten von uns hier ist das der wunde Punkt. Ein Affiliate-Geschäft sieht nach Automatisierung aus, ist aber bei genauem Hinsehen oft komplett an einer Person gebunden: Du schreibst die Beiträge, du pflegst die Links, du verhandelst die Konditionen, du beantwortest die Mails. Fällst du drei Monate aus, verfällt es.

Wo ich diesen Anspruch für übertrieben halte

Gleich vorweg, damit es nicht wie eine Werbebotschaft klingt: Nicht jede Selbstständigkeit muss ein Unternehmen werden. Ein Einzelner, der mit Nischenseiten ordentlich verdient, wenig Kosten hat und seine Zeit frei einteilt, hat eine sehr gute Lage. Wer daraus ein Unternehmen mit Angestellten macht, tauscht Freiheit gegen Umsatz und Verantwortung. Das ist eine legitime Entscheidung und keine höhere Entwicklungsstufe. Die Frage ist, was du willst, nicht was das nächste Level ist.

Was ich trotzdem übernommen habe

Drei Dinge, die auch bei einem Ein-Personen-Betrieb wirken.

Erstens: Aufschreiben, was man tut. Ich habe angefangen, wiederkehrende Abläufe zu dokumentieren, also wie ein Testbericht entsteht, wie ein Link geprüft wird, wie ein Monatsabschluss läuft. Der Nutzen kam schneller als erwartet, weil ich bei jedem zweiten Ablauf gemerkt habe, dass ich ihn jedes Mal anders mache und dabei Fehler passieren.

Zweitens: Trennen zwischen Arbeit im Geschäft und Arbeit am Geschäft. Beiträge schreiben ist Arbeit im Geschäft. Zu entscheiden, welche Nische als nächstes drankommt, ist Arbeit am Geschäft. Wenn man das nicht trennt, macht man ausschließlich Ersteres, weil es sich produktiver anfühlt.

Drittens: Zahlen kennen. Nicht nur Umsatz, sondern Umsatz je Beitrag, Aufwand je Beitrag und wie viel Anteil ein einzelnes Programm ausmacht. Diese drei Zahlen verändern Entscheidungen sofort.

Was man bei Coaching-Angeboten prüfen sollte

In diesem Segment werden vierstellige Beträge aufgerufen, und die Anbieter arbeiten häufig mit Beratungsgesprächen statt mit offenen Preisen. Meine Empfehlung, unabhängig vom Anbieter: Lass dir vor dem Gespräch schriftlich geben, was genau enthalten ist, über welchen Zeitraum, wie viel davon Live-Betreuung ist und wer sie durchführt. Wenn das nicht geht, weißt du genug. Und geh nie in ein solches Gespräch mit dem Vorsatz, heute zu entscheiden.

Der Punkt, an dem es für Affiliates konkret wird

Angebote für Unternehmer haben hohe Provisionen und lange Entscheidungswege. Wer sie vermitteln will, braucht Inhalte, die über Monate begleiten, nicht einen Vergleichsbeitrag. Und man sollte sich sehr genau überlegen, wen man in ein Verkaufsgespräch schickt, denn die Verantwortung dafür bleibt bei einem.

Ein Test, der Klarheit bringt

Stell dir vor, du fällst drei Monate aus. Geh die Liste deiner Einnahmequellen durch und schreib zu jeder, was in diesen drei Monaten passiert: läuft weiter, läuft aus, bricht sofort weg. Bei mir war das Ergebnis ernüchternd und gleichzeitig der Anfang einer sinnvollen Prioritätenliste. Alles, was in Spalte drei stand, habe ich entweder abgesichert oder bewusst als Risiko akzeptiert.

Wie seht ihr das: Wollt ihr aus eurer Selbstständigkeit ein Unternehmen machen, oder ist genau das nicht das Ziel?