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Woran ich erkenne, ob ein E-Mail-Marketing-Kurs sein Geld wert ist

Es gibt sehr viele Angebote zum Thema E-Mail-Marketing, und die Preisspanne reicht von zwanzig bis mehrere tausend Euro. Ich habe selbst mehrere durchgearbeitet, gute wie schlechte, und schreibe hier auf, woran ich inzwischen vorher erkenne, in welche Kategorie ein Kurs fällt.

Der Inhaltsverzeichnis-Test

Ein seriöser Anbieter zeigt vorab, was drin ist, und zwar nicht als Modulnamen wie Mindset und Durchbruch, sondern als konkrete Themen. Was in einem brauchbaren Kurs vorkommen muss: technische Einrichtung inklusive Absenderauthentifizierung, das doppelte Bestätigungsverfahren und Einwilligungsdokumentation, Aufbau einer Willkommensstrecke, Segmentierung, Zustellbarkeit und der Umgang mit inaktiven Empfängern. Fehlen die rechtlichen und technischen Kapitel komplett, ist es kein Kurs über E-Mail-Marketing, sondern über Verkaufstexte.

Warnsignale auf der Verkaufsseite

Drei Dinge machen mich sofort skeptisch. Erstens Einkommensbeispiele als Hauptargument, besonders wenn Bildschirmfotos von Auszahlungen im Mittelpunkt stehen. Was jemand verdient hat, sagt nichts darüber aus, ob er es erklären kann. Zweitens ein Countdown, der beim erneuten Aufruf von vorn läuft. Wer beim ersten Kontakt trickst, tut es im Kurs wieder. Drittens eine Preisliste mit vier Stufen, bei der die eigentlichen Inhalte erst in der teuersten Stufe liegen.

Was ein guter Kurs meiner Erfahrung nach leistet

Er nimmt dir die Reihenfolge ab. Das ist der eigentliche Wert, denn die einzelnen Informationen findest du alle kostenlos. Was du nicht kostenlos bekommst, ist eine sinnvolle Abfolge, in der du nichts baust, das du drei Schritte später wieder einreißen musst. Ein guter Kurs sagt dir außerdem, was du am Anfang bewusst weglässt. Wer dir in Woche eins Verzweigungen und Bewertungsmodelle beibringt, verkauft dir Komplexität statt Ergebnissen.

Anbieterunabhängigkeit prüfen

Viele Kurse sind faktisch Anleitungen für eine bestimmte Software, oft die, für die der Anbieter selbst Provisionen bekommt. Das ist nicht per se schlimm, du solltest es nur wissen. Frag dich: Wenn ich die Software in zwei Jahren wechsle, ist der Kurs dann wertlos? Ein Kurs, der Prinzipien erklärt und die Software nur als Beispiel benutzt, überlebt einen Wechsel. Einer, der aus fünfzig Klickanleitungen besteht, nicht.

Aktualität

Der Bereich ändert sich bei zwei Themen regelmäßig: den Anforderungen der großen Postfachbetreiber an Absender und den datenschutzrechtlichen Vorgaben. Schau nach, wann der Kurs zuletzt überarbeitet wurde. Wenn die Beispielbildschirme eine Oberfläche zeigen, die es so nicht mehr gibt, ist auch der Rest vermutlich nicht gepflegt.

Meine ehrliche Einordnung zum Preis

Für den Einstieg braucht niemand einen vierstelligen Kurs. Die Grundlagen sind gut dokumentiert, und die meisten Anbieter von Versandsoftware haben brauchbare kostenlose Anleitungen für ihre eigene Oberfläche. Wo Geld sinnvoll investiert ist: wenn du bereits eine Liste hast, sie aber nicht konvertiert, und jemand mit Erfahrung sich deine konkreten Nachrichten ansieht. Diese individuelle Rückmeldung ist das, was ein aufgezeichneter Kurs nicht leisten kann und was den Preis rechtfertigt.

Vor dem Kauf

Ich schaue mir immer erst kostenlose Inhalte desselben Anbieters an, also Beiträge, Videos oder seinen eigenen Newsletter. Wer selbst schlechte Mails schreibt, wird dir kaum gute beibringen. Das ist der billigste und aussagekräftigste Test, den es gibt, und er kostet dich zwanzig Minuten.

Habt ihr einen Kurs gemacht, der wirklich etwas verändert hat? Mich interessiert weniger der Name als die Frage, was konkret darin stand, das ihr vorher nicht wusstet.